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Tipps für eine nachhaltige Beschaffung

4. July 2024 | Herausgegeben von Faire

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Wenn du ein Produkt herstellst oder verkaufst und es in die Hände der Verbraucher*innen bringst, dann bist du Teil der Lieferkette. Hier können auch kleine Änderungen in der Beschaffung eine große Wirkung haben. Die Lieferkette ist für etwa 90 % der Umweltauswirkungen der meisten Konsumgüterunternehmen verantwortlich. Wenn du also nach Möglichkeiten suchst, dein Unternehmen nachhaltiger zu machen, ganz gleich, was du verkaufst, liegen die besten Möglichkeiten, deine Umweltauswirkungen zu reduzieren, in deiner Logistik. 

Bei der Nachhaltigkeit in der Lieferkette geht es nicht nur um die Reduzierung von Abfall und die Senkung des Verbrauchs fossiler Brennstoffe, sondern auch um sozialen Fortschritt. Dazu gehört jeder Schritt deines Produktionsprozesses, von der Beschaffung deiner Rohstoffe bis zum Transport der Ware. 

Nachhaltige Beschaffung beinhaltet Vorgaben, Anforderungen und Kriterien, die im Einklang mit Umweltschutz und dem Wohl der Gesellschaft stehen. Sie umfasst zudem Themen wie Kinderarbeit und den Einsatz von chemischen Substanzen, die für Mensch und Umwelt schädlich sind.

Im folgenden Artikel gehen wir näher darauf ein, wie eine nachhaltige Beschaffung und nachhaltige Lieferkette aussieht und warum sie wichtig und gut fürs Geschäft sind. Welche Schritte kannst du unternehmen, um deinen eigenen ökologischen Fußabdruck zu verringern? 

Was ist Nachhaltigkeit in der Lieferkette? 

Unterscheiden wir zunächst zwischen Lieferkettenmanagement – etwas, das du wahrscheinlich schon tust – und Nachhaltigkeit in der Beschaffung. Beim Lieferkettenmanagement geht es um deine Quellen, Produzent*innen und Gewinne: Du musst sicherstellen, dass sie schnell und zuverlässig arbeiten, und das zu einem Preis, der deinem Budget entspricht. 

In der Nachhaltigkeit geht es noch einen Schritt weiter. Das bedeutet, dass du die Vorgehensweise in deiner Beschaffung genau unter die Lupe nimmst. Dadurch kannst du herausfinden, wie sich diese Praktiken auf die Welt (z. B. Energieverbrauch, Wasserverbrauch und Abholzung) und auf die Menschen in deinem Umfeld (Gewährleistung fairer Arbeitsbedingungen und grundlegende Menschenrechte) auswirken. 

Was sind die geschäftlichen Vorteile nachhaltiger Praktiken? 

Nachhaltigkeit ist gut für die Gesellschaft und den Planeten, aber du wirst vielleicht überrascht sein, wie sehr sie auch deinem Unternehmen nützt. 

Umwelt: Wir haben nur einen Planeten, und wir alle müssen dazu beitragen, ihn zu erhalten. Indem du Emissionen und Abfall reduzierst und deinen Verbrauch senkst, trägst du zu einem besseren und sichereren Zuhause für die nächste Generation bei. 

Mitarbeiter*innen: Menschen, mit denen du jeden Tag zusammenarbeitest, bleiben eher langfristig, wenn die Werte deines Unternehmens mit ihren persönlichen Werten übereinstimmen. Vor allem für junge Menschen ist Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema. Sie würden es begrüßen, für Unternehmen zu arbeiten, die klare Fortschritte bei ökologischen und sozialen Themen vorweisen können. 

Profit: Es kostet zwar Zeit, Mühe und Energie, deine Lieferkette zu verändern, aber ein nachhaltiges Unternehmen kann Kund*innen begeistern. 59 % der Verbraucher*innen achten beim Einkauf auf ökologische, ökonomische oder soziale Nachhaltigkeit. Eine Vielzahl der deutschen Verbraucher*innen erwartet von Unternehmen nachhaltiges Handeln und sogar 43 % sind bereit, für nachhaltig produzierte Artikel mehr zu zahlen als für Standardartikel.

Marke: Ein starkes Engagement für Nachhaltigkeit verbessert das Image deines Unternehmens und stärkt deine Marke. Unternehmen, die nachhaltig handeln, können sich von Wettbewerbern abheben und Zugang zu neuen Märkten und Kund*innen gewinnen.

Die Einführung nachhaltiger Praktiken – und die Transparenz dafür in Marketingmaterialien und auf Verpackungen – ist ein guter Weg, um ein neues Publikum zu gewinnen. Wenn du anfängst, dir Emissionsziele zu setzen und mit deinen Lieferant*innen und Partner*innen zusammenarbeitest, um die Nachhaltigkeit zu verbessern, wirst du langfristig vielleicht sogar eine Senkung der Energiekosten feststellen.  

Lieferkette und Beschaffung nachhaltiger gestalten:

Um deine Lieferkette nachhaltiger zu gestalten, musst du zunächst wissen, was du verbessern kannst. Das BMUV hat einen nützlichen Leitfaden erstellt, um deine Lieferkette auf Nachhaltigkeit zu prüfen. 

  • Warenbeschaffung: Wie viel Wasser, Energie und Materialien verbrauchst du?
  • Betrieb: Gibt es betriebliche Prozesse, die den Ressourcenverbrauch senken könnten? 
  • Recycling: Machst du bereits etwas, um überschüssigen Abfall zu reduzieren, wie Upcycling, Wiederverwendung von Materialien oder ein Rückkaufprogramm?
  • Kommunikation: Wie kommunizierst du deine Nachhaltigkeitsziele mit deinen Partner*innen und Kund*innen? 

Sobald du mit deinen aktuellen Praktiken vertraut bist, einschließlich der Praktiken all deiner Zuliefer*innen, legst du deine sozialen und ökologischen Ziele fest, die du gemeinsam mit deinem Team erreichen willst. Du kannst ein Mitglied jedes Teams zum Nachhaltigkeitsbeauftragten ernennen, der dafür sorgt, dass die Ziele in der gesamten Lieferkette durchgesetzt werden, und sich regelmäßig vergewissert, dass alle auf dem richtigen Weg sind. 

Du weißt nicht, welche Ziele du dir setzen sollst? Hier sind einige Änderungen, die du auf dem Weg zu einem nachhaltigeren Geschäftsmodell vornehmen kannst:  

Emissionen reduzieren: Um den Ausstoß von Treibhausgasen zu verringern, solltest du eine große Bestellung aufgeben, anstatt vieler kleiner. Du kannst auch versuchen, mit lokalen Lieferant*innen zusammenzuarbeiten, damit deine Materialien nicht um die Welt geflogen oder quer durchs Land gefahren werden müssen. Wenn du Fahrer*innen beschäftigst, solltest du Elektro- oder Hybridfahrzeuge bevorzugen.  

Erneuerbare Energiequellen: Lohnt sich vielleicht eine Solaranlage? Womöglich gibt es Steuerermäßigungen für Photovoltaik oder Solarthermie. Eventuell lohnt es sich, mit Energieberater*innen zu checken bezüglich der verschiedenen Förderprogramme zur Sanierung, Heizungsoptimierung, Lüftungsanlagen zur Wärmerückgewinnung und Dämmmaßnahmen.

Wähle umweltfreundlichere Materialien: Bemühe dich, recycelte Materialien und nachhaltige Rohstoffe zu verwenden oder zu erneuerbaren Materialien wie Kork oder Bambus zu wechseln und Abfall zu minimieren. Hier sind ein paar weitere Tipps zum Thema

Bessere Verpackung: Wechsle zu nachhaltigen Verpackungsmaterialien. Das sind Verpackungen, die aus natürlichen und schnell nachwachsenden Rohstoffen bestehen oder Materialien, die leicht recycelbar sind, wie Graspapier oder Wellpappe. Es gibt auch biologisch abbaubare Kunststoffe aus Maisstärke oder Seetang. Außerdem kannst du natürlich, wo immer möglich, unnötiges Plastik einsparen.

Nutze zurückgegebene Artikel: Vermeide Müll, indem du zurückgegebene Waren wieder neu vermarktest. Nach Angaben der Forschungsgruppe Retourenmanagement der Otto-Friedrich-Universität in Bamberg wird fast jedes vierte Paket im E-Commerce an die Händler*innen zurückgeschickt.

Entwickle ein Rückkaufprogramm: Kaufe gebrauchte Artikel von deinen Kund*innen zurück und verkaufe sie weiter. Auf diese Weise erhalten deine Produkte eine längere Lebensdauer. Patagonia ist hier ein nennenswertes Beispiel und auch bei Ikea gibt es mittlerweile eine Rückkaufoption. Oder unterstütze ein Reparaturprogramm für beschädigte Artikel.

Standards für Arbeitszeiten: Lege eine Obergrenze für die Arbeitszeit und einen Mindestlohn für deine Beschäftigten und Lieferant*innen fest. Dies ist ein wichtiger erster Schritt, um sicherzustellen, dass jeder in deiner Lieferkette fair und ethisch korrekt behandelt wird. 

Mitarbeiter*innen aufklären: Bilde dich durch externe Zertifizierungen, Gastredner*innen oder Partner*innen und durch Studien über Nachhaltigkeit weiter. Wenn du deine Mitarbeiter*innen über die Bedeutung der Nachhaltigkeit aufklärst, kannst du sicherstellen, dass sie genauso engagiert und sachkundig sein werden wie du selbst. 

Bist du auf der Suche nach Inspiration? Es gibt viele Marken auf Faire, die sich täglich um Fortschritte in Richtung Nachhaltigkeit bemühen:

Hautfarben: Die Firma trägt mit ihren Produkten zu einer diversitätsbewussten Kindererziehung bei. Die Stifte werden aus nachhaltigen Materialien hergestellt. Malbücher, Puzzle und Verpackungen der Stifte bestehen aus umweltfreundlichem Naturkarton.

Beadbags: Sie setzen sich mit ihren Taschen aus recycelten Materialien für Nachhaltigkeit ein. Die Rucksäcke werden aus recycelten Reis- und Zementsäcken hergestellt. Die Oberstoffe der Ocean Linie besteht zu 50 % aus recyceltem Oceanbound-Plastik und zu 50 % aus recycelten PET-Flaschen.

Klar Seifen: Deutschlands älteste Seifenmanufaktur mit natürlichen und veganen Inhaltsstoffen ist PETA zertifiziert. Die Seifen werden plastikfrei verpackt und das Ziel ist, alle Seifen mit Olivenöl statt Palmöl und frei von Titandioxid herzustellen. 

Hickups: Die Firma bietet nicht nur wunderschöne, farbenfrohe und handgefertigte Stofftiere, sondern auch sichere Arbeitsplätze in einem fairen und sozialen Arbeitsumfeld.

Croll & Denecke: Hier gibt es Naturschwämme seit 1897. Nachhaltige Haut- und Körperpflegeprodukte ganz im Einklang mit der Natur.

puremetics: 100 % plastikfreie und vegane Kosmetik mit Liebe und von Hand gemacht in der Manufaktur in Hannover.

Wenn du deine Lieferkette und Beschaffung nachhaltiger gestaltest, bedeutet das womöglich eine große Veränderung für dein Unternehmen. Du musst über deine eigenen Bedürfnisse hinausschauen und dir Zeit nehmen, das Ganze zu betrachten. Wenn du neue Ziele und Verfahren einführst, schließt du dich einer Liga engagierter großer und kleiner Unternehmen an, die bereit sind, über den Tellerrand hinauszuschauen, um eine bessere Zukunft zu schaffen. 

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